Die Schweizer Glücksspielaufsicht hat ihre Sperrliste um weitere 376 Domains erweitert und damit die Gesamtzahl der blockierten Gambling-Websites auf fast 3.000 angehoben. Diese aggressive Geldspielgesetz Durchsetzung Schweiz könnte als Modell für den deutschsprachigen Raum dienen, wo illegale Online-Casinos Sperrliste nach wie vor um Spieler werben. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK und die Interkantonale Geldspielaufsicht Gespa setzen dabei auf DNS-Blocking durch Fernmeldedienstanbieter.
Was mich bei dieser jüngsten Entwicklung besonders beeindruckt: Die Regulatoren gehen mittlerweile nicht nur gegen Casino-Websites vor, sondern auch gegen Affiliate-Marketing-Seiten. Diese Erweiterung zeigt, dass die Aufsicht das Problem an der Wurzel packen will. Denn oft sind es gerade diese Vermittler-Portale, die Spieler zu unlizenzierter Software locken. Die Zugangssperre ausländische Glücksspielanbieter erfolgt dabei über eine Allgemeinverfügung Geldspielrecht BGS.
Giftköder im digitalen Meer
Wie der giftige Fugu-Fisch, der bei unsachgemäßer Zubereitung tödlich sein kann, bergen diese unlizenzierte Glücksspiel-Seiten ernste Risiken für Schweizer Spieler. Deshalb behandeln die Regulatoren sie mit ähnlicher Vorsicht. Die Parallele ist durchaus berechtigt: Beide können bei Kontakt schwere Schäden verursachen.
Die neuen Sperrungen umfassen ein breites Spektrum von Anbietern. Neben den klassischen Online-Casinos finden sich auch Sportwettenportale, Poker-Räume und sogar Live-Dealer-Plattformen auf der Liste. Mir fällt auf, dass viele der gesperrten Domain-Namen Sperrung Internetprovider auf exotische Top-Level-Domains setzen - ein Versuch, die Aufmerksamkeit der Aufsicht zu umgehen. Das Netzsperren Bundesgesetz Geldspiele macht solche Ausweichmanöver aber zunehmend wirkungslos.
Bundesrat leitet Evaluation ein
Parallel zu den Sperrungen hat das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement eine formelle Evaluation des Bundesgesetz über Geldspiele eingeleitet. Diese Überprüfung kommt nicht überraschend. Seit Inkrafttreten des Gesetzes 2019 haben sich die digitalen Märkte rasant entwickelt. Neue Technologien wie Kryptowährungen und mobile Payment-Systeme stellen die Regulatoren vor neue Herausforderungen.
Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden funktioniert offenbar reibungslos. Beide teilen sich die Überwachung des Marktes und koordinieren ihre Maßnahmen. Das ist ein deutlicher Unterschied zu anderen Ländern, wo sich verschiedene Aufsichtsbehörden oft in die Quere kommen. Die Geldspielverordnung gibt den rechtlichen Rahmen für diese koordinierte Vorgehensweise vor.
Vorbild für Deutschland und Österreich?
Aus deutscher Sicht ist das Schweizer Modell durchaus interessant. Während in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 zwar eine Liberalisierung brachte, kämpfen die Länder noch immer mit der Durchsetzung. Die deutsche Gemeinsame Glücksspielbehörde könnte von der Schweizer Erfahrung lernen. Besonders die technische Umsetzung durch DNS-Blocking zeigt Wirkung.
Bemerkenswert finde ich die Geschwindigkeit der Schweizer Behörden. Neue illegale Anbieter landen oft schon wenige Wochen nach ihrem Auftauchen auf der Sperrliste. Diese Reaktionszeit ist beeindruckend und zeigt, dass die Aufsicht den Markt genau im Blick behält. Spielbankenkonzession Bewilligung Schweiz haben dagegen nur wenige Anbieter wie Swisslos und Loterie Romande.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fast 3.000 gesperrte Domains bedeuten, dass täglich etwa zwei bis drei neue Websites blockiert werden. Das verdeutlicht sowohl das Ausmaß des Problems als auch den Willen der Behörden, konsequent durchzugreifen. Das Bundesgericht hat die Verhältnismäßigkeit solcher Maßnahmen bereits bestätigt.
Kritiker wenden ein, dass Sperrungen nur begrenzt wirksam sind. Technisch versierte Nutzer können die Blockaden umgehen. Trotzdem halte ich diese Maßnahmen für sinnvoll. Sie schützen zumindest die breite Masse der Verbraucher vor dubiosen Anbietern und leisten einen wichtigen Beitrag zum Spielerschutz.
Bleibt die Frage, ob andere deutschsprachige Länder dem Schweizer Beispiel folgen werden. Die nächsten Monate dürften zeigen, wie sich die Glücksspielregulierung in der Region entwickelt.